Wie wir die Pause-Taste drücken und uns mit uns selbst verbinden – auch im größten Trubel
“Wenn du die Berührung mit der inneren Stille verlierst, verlierst du den Kontakt mit dir selbst. Wenn du den Kontakt mit dir selbst verlierst, verlierst du dich in der Welt.“
Eckhard Tolle
Ein herzliches Hallo an dich, so schön, dass du hier bist.
Ich habe mir lange überlegt, was ich als 1. Beitrag hier teilen mag. So viele Themen, Gedanken, Impulse. Und eigentlich ist es so klar: Wo fängt alles an? Immer bei uns. Daher widme ich mich in diesem Beitrag dieser großen Kraft, die uns zugänglich wird, wenn wir verbunden sind. Zuallererst mit uns selbst. Und ja: Dies ist möglich, auch im größten Trouble. Und Eines ist mir gleich zu Beginn so wichtig: Wenn ich von dieser Selbstverbindung spreche, dann meine ich dies nicht als Ziel. Ich meine damit nicht: Du musst nur hart und lang genug an dir arbeiten, meditieren, sitzen, innere Arbeit betreiben, damit du dich an diesen Trouble, an das Außen bestmöglich anpasst. Das wäre Härte. Es geht hier nicht darum, dich zu beruhigen. Mehr zu „Achtsamkeit als Selbstverbesserungstool“ erfährst du hier.
Mir geht es um diese tiefe, liebevolle Verbindung mit uns selbst. Diesen Raum zu spüren, der immer da ist. Nicht: Es muss etwas Bestimmtes gefühlt werden. Nicht: Ich muss mich „gut“ fühlen. Nicht als großes Erlebnis (manchmal ist es das. Manchmal nicht.). Dieses echte, authentische zuwenden, sich selbst gegenüber. In diesem Moment. Auch und gerade, wenn es chaotisch ist. Wenn wir keine Zeit haben. Gerade dann. Spüren, was da ist, in diesem Moment. Ohne Ziel. Ohne Erwartung. Ungefiltert darfst du fühlen. Dich selbst. Das kann zutiefst berührend sein. Und ich weiß, dass ist es nicht immer. Manchmal ist es schmerzhaft und tut richtig weh. Der Wunsch, sich „gut“ zu fühlen, sich eben doch „zu beruhigen“ ist so verständlich. Und es ist paradox aber meine Erfahrung ist genau die: Wenn wir wirklich fühlen, was gefühlt werden mag, wenn wir zulassen und dem Raum geben und Mitgefühl einladen für das, was sich zeigt, dann kann sich oft etwas entspannen und zur Ruhe kommen. Wie ein kleines Kind, welches hibbelig ist und dringend etwas sagen mag und wenn es den Raum bekommen hat wieder zufrieden weiter spielt…
Kennst du das: Du liegst abends im Bett und es fühlt sich irgendwie taub an. Der Tag ist an dir vorbeigezogen, doch es fühlt sich an, als wärst du nicht wirklich anwesend gewesen. Du kannst vielleicht noch aufzählen, was du getan hast, doch wie hat sich der Tag angefühlt? Wie oft hast du deiner Intuition vertraut und bewusst entschieden, bewusst etwas getan (oder auch nicht)? Wie oft, hast du nein gesagt und bist aus Mustern ausgestiegen aus dem „das macht man halt so“? Wie oft hast du dich hingesetzt, geatmet, den Geräuschen um dich herum gelauscht. Wie oft hast du deinen Kindern wirklich zugehört? Wie oft hattest du mit den Menschen in deinem Feld wirklich Blickkontakt? Wie sah dein Essen aus, wie hat es geschmeckt? Wie oft hast du Dinge getan, die dich genährt haben und solche, die einfach nur Kraft genommen haben? Wie oft hast du Sätze gesagt, ohne sie wirklich zu fühlen, wie oft „ja“ gesagt, obwohl innerlich alles „nein“ gerufen hat? Und auch meine Liebe: Wie oft hast du heute gelächelt, herzlich gelacht und im Regen getanzt? Mal ehrlich?
Und ich lege natürlich den Finger bewusst etwas in die Wunde. Bewusst. Vermutlich wirst du das nicht den ganzen Tag gewesen sein und das ist auch nicht notwendig. Und wenn du diese leise Sehnsucht in dir spürst am Abend oder auch nur Erschöpfung, wenn du keine Kraft mehr hast und dich vor dem Fernseher oder mit dem Handy wegtragen lässt, ablenkst…dann lade ich dich ein, in Verbindung zu gehen.
Wenn wir im Laufe des Tages immer einmal Innehalten geschieht etwas magisches. Wenn wir verbunden mit uns sind, dann fühlen wir, was wirklich ist. Nicht, was sein sollte. Nicht, was wir vielleicht ganz automatisch auf die Frage: „wie geht es dir“ antworten. Wenn wir verbunden sind, dann sind wir nicht an der Oberfläche. Dann geht es tiefer. Wir fühlen unseren Körper. Wir nehmen wahr, wie unser Gedankenstrom fließt, wir fühlen Emotionen und die Energie die von uns ausgeht und um uns herum herrscht. Und manchmal ist alles klar benennbar. Manchmal ist es nebelig. Manchmal gibt es Überraschungen, wenn wir wahrnehmen, was unter der Oberfläche auftaucht… Verbundenheit mit mir kann ein Gefühl von Ankommen, nach Hause kommen sein. Es kann ein tiefes „endlich“ hervorrufen, eine Erleichterung, eine Botschaft, die wir vielleicht zum ersten Mal empfangen…und auch wenn wir Schmerz fühlen, kann dies zutiefst erleichternd und berührend sein. Weil wir uns uns selbst zuwenden und vielleicht zum allerersten Mal wirklich sehen. Wirklich fühlen. Wirklich wahrnehmen. Dieser Moment kann zutiefst berührend sein. Und zutiefst kraftvoll und stärkend.
In uns gibt es diesen Raum, der alles weiß. Eine Intuition. Die Herzensstimme. Wahrhaftigkeit. Größe. Aufrichtung. Würde. Welche Qualitäten entdeckst du noch? Wenn wir uns mit diesem Raum verbinden und aus dieser Haltung und diesen Qualitäten in eine Begegnung gehen, eine Entscheidung treffen, was geschieht dann? Wenn wir klar sprechen. Wenn wir uns nicht mehr verstecken. Wenn wir uns nicht mehr klein machen. Wenn wir unsere Wahrheit kennen und langsam anfangen sie zu leben. Plötzlich verändert sich etwas. Etwas richtet sich auf, auch körperlich. Ein Strahlen umgibt uns. Und dann liegen wir abends im Bett und es fühlt sich nicht mehr leer an. Nicht, weil alles nach Plan verlief. Sondern weil wir Momente wirklich gefühlt haben. Weil wir bewusste Entscheidungen getroffen haben. Weil wir Dinge überdacht haben und uns doch umentschieden haben. Weil wir Widerstände aufgegeben haben, Kontrolle, wie die Dinge zu sein haben.
Am Anfang braucht es vielleicht eine Erinnerung. Ein Stein. Ein Geräusch. Ein Zettel am Spiegel…Ein Merksatz wie „Innehalten“. Nimm dir 2–3 mal am Tag diesen kurzen Moment (wie es geht, teile ich mit dir weiter unten). Am Anfang ist es vielleicht etwas holperig. Es fühlt sich nach einer „Übung“ an. Und je mehr wir den neuen „Pfad“ geebnet haben, desto leichter und vor allem automatischer geschieht es. Manchmal sind es Sekunden, ein kurzer Moment. Ein tiefes Ein und wieder Ausatmen. Es lohnt sich. Bereits wenn wir am Morgen und am Abend Innehalten und bewusst diese Verbundenheit einladen, werden wir feststellen, wie plötzlich Welten sich langsamer drehen. Plötzlich gibt es mehr Raum, mehr Zeit. Wenn ich mit mir in Verbindung bin, wenn ich mich spüre, dann spüre ich auch mein Umfeld, spüre auch die Welt um mich herum. Und kann bewusste Entscheidungen treffen. Wege klarer gehen. Mehr in meine Größe wachsen. Um zu sagen, was ich brauche (und was nicht), um zu wissen, wohin der Weg führt, muss ich es erst einmal in mir spüren und fühlen. Damit beginnt alles…
Übung zum Innehalten im Moment:
🧘Und so geht´s: 🧘
♂️
🌱Sage in Gedanken “STOP” oder stelle dir vor, wie du gedanklich die “Pause-Taste” drückst…(oder etwas anderes, was für dich hilfreich ist)
🌱es gibt jetzt nichts zu tun für dich, werde still, schließe für einen Moment die Augen, wenn es dir möglich ist oder suche dir einen Anker im Außen, einen Gegenstand, auf dem dein Blick jetzt verweilen darf. Und dann atme…vielleicht ist es nicht vollkommen still in dir, um dich herum. Das macht nichts. Du bist da, das ist genug.
🌱Und dann frage dich: Wie bin ich jetzt hier? Lass diese Frage langsam tiefer in dich einsinken. Gib dieser Frage Raum…
Gehe auf Entdeckungsreise: Was nimmst du in deinem Körper wahr? Ein Kribbeln, Wärme, .…und wo kannst du es spüren? Es gibt nichts bestimmtes zu spüren…alles ist willkommen. Auch Leere. Taubheit. Nichts.
🌱Welche Gedanken sind gerade im Vordergrund? Welche(s) Gefühl(e)? Was liegt vielleicht darunter?
🌱Und Frage noch einmal: Wie bin ich wirklich hier….lasse Antworten aus den Tiefen in dir auftauchen, ohne nach etwas Bestimmtem zu suchen. Es gibt nichts, was gefühlt werden müsste…Vielleicht ist es auch nebelig und unklar. Vielleicht taub. Leer. Dann fühle das. Vielleicht genau das Gegenteil…
🌱Frage dich auch: Wie genährt bin ich gerade?
🌱Was will gesehen werden, was braucht Raum? Vielleicht taucht eine Farbe auf, eine Botschaft, ein Wort, ein Satz, ein Wesen …
🌱Nimm die Antworten wahr und atme, lass´ dich tragen und wenn du magst, kannst du dich auch liebevoll in den Arm nehmen oder eine Hand auf dein Herzraum legen! Werde weich und lasse die Anspannung aus deinem Körper fließen.…
🌱Öffne die Augen und geh´ weiter in deinem Tag. Denke daran, dass du all dies mit in die nächste Begegnung nimmst oder in deine nächste Aufgabe.
🌻Du kannst die Übung im größten Trubel oder auch vor einem neuen Übergang machen. Du kannst dir soviel Zeit nehmen, wie du magst.…manchmal hat man nur ein paar Sekunden, ein Atemzug. Das ist ok und wunderbar.🌻
Vielleicht magst du im Laufe des Tages das „Innehalten“ immer einmal wieder „praktizieren“. Nicht als Tool, nicht als Übung, die es „richtig“ zu machen gilt. Nicht als neues to-do. Finde eine Weise, die dir entspricht. Vielleicht in dem du einfach eine Hand auf dein Herz legst und die Frage „wie bin ich hier?“ in dich einsinken lässt und lauscht…du musst keinem Plan folgen. Lass dich tragen. 30 sec. 5 Minuten. Oder 20. Es kommt nicht auf die Dauer an. Es kommt darauf an, dass du bewusst einen Schritt zurück trittst. Immer wieder. Dass du die Entscheidung triffst, dich immer wieder dir selbst zuzuwenden. Auf deine Weise. Das ist Fürsorge und Zuwendung dir selbst Gegenüber. Wisse um die Kraft des Morgens und des Abends. Vielleicht magst du damit beginnen…
Ich freue mich auf immer mehr Menschen, die vor einem neuen Übergang kurz Innehalten. Ich freue mich gemeinsam eine Welt zu schaffen, in der es „normal“ angesehen wird, wenn wir vor dem nächsten Schritt einen Atemzug nehmen. Indem wir voran gehen, säen wir überall kleine Samen der Verbundenheit, die irgendwann als Blumen erblühen dürfen.
Schreibe mir gerne deine Erfahrungen. Ich freue mich auf diese gemeinsame Reise. Danke, dass du deinen Teil dazu beiträgst und deine Samen säst.
Herzensgrüße und mit einem Lächeln zu DIR, deine Helen 🙏


